Kulturverein Träff Schötz

Zauberhafte Zaubernacht

Träff Schötz lud zur zauberhaften Zaubernacht
Der letzte Anlass im 22. Vereinsjahr war wortwörtlich zauberhaft: Dem Kulturverein Träff Schötz ist es gelungen, die beiden Magier und Entertainer Michel Gammenthaler und Alex Porter zusammen auf die Bühne zu bringen. Eine Schweizer Premiere.

Regelrecht verzaubern lassen wollten sich die rund 250 Zuschauer im St.-Mauritz-Saal am Samstagabend. Und genau dafür hatte Träff Schötz die besten Voraussetzungen geschaffen. Es war dem Kulturverein nämlich ein Novum gelungen: Zum ersten Mal überhaupt spielten die beiden renommierten Schweizer Magier Michel Gammenthaler und Alex Porter zusammen auf einer Bühne - ein magischer Höhepunkt zum Abschluss des 22. Vereinsjahres.

Lässige  Verwandlungskünstler
“Wir wussten von beiden, dass sie sich gegenseitig bewundern. So haben wir sie spontan angefragt, ob sie bei uns gemeinsam auftreten würden”, sagt Werner Frey vom Träff Schötz. Kein Hokuspokus, sondern der gute Ruf des Schötzer Kulturvereins und die Tatsache, dass sich im Tourneekalender der beiden gefragten Künstler - wie von Zauberhand - noch ein freier Samstag fand, hätten schliesslich die Premiere ermöglicht. Zuerst zauberte jedoch jeder einzeln seine Asse aus dem ärmel.
Der vielseitige Michel Gammenthaler liess das Publikum an seiner Persönlichkeitswanderung teilnehmen. Ob als Aargauer Bücherfan, als Rasputin oder als Hedi Hegetschwiler: Mit seinen teils erschreckend skurrilen, teils der Realität fast schon zu nahen Episoden vermochte er die Zuschauer immer wieder an sich zu fesseln, nur um ihnen Sekunden später mit einem Trick oder einem Wortspiel ihre eigenen Grenzen aufzuzeigen. Dass man mit einer multiplen Persönlichkeit Personalkosten sparen könne, war nur einer von zahllosen Sprüchen, passte aber bestens zu Gammenthalers Performance.

Spitzbübische Märchentante
Mit einem nicht enden wollenden Salzregen aus seinen Händen trat Alex Porter ins Scheinwerferlicht. Sein Markenzeichen, die voluminös vom Kopf abstehenden Haare, wogten im Takt leicht melancholischer Klänge hin und her. Ob von seinen ersten magischen Erfahrungen mit Meditationsmusik oder vom Besuch bei einer Tante in Island: Porter entpuppte sich als gewiefter Geschichtenerzähler. Zudem liess er einen Tisch schweben, zauberte gefüllte Schnapsgläser aus einer zuvor gefalteten Tasche, erriet Wörter aus einem Drei-Fragezeichen-Buch - kurz: er zog das Publikum in seinen Bann.

Der linke Daumen
Trotzdem war eines nicht zu übersehen: Alex Porters linker Daumen war dick und weiss verbunden. “Ich habe mich geschnitten. Aber keine Angst, es wächst nach”, scherzte der Magier auf der Bühne. Tatsächlich wären rund zehn Zaubertricks mehr im Programm gewesen, die allerdings nur mit zehn Fingern durchführbar seien. Dementsprechend fiel anschliessend auch das Urteil einiger Zuschauer aus: Von einem Zauberabend hätten sie sich noch mehr Magie, noch mehr Zaubertrickchen gewünscht. Die Veranstalter waren jedoch froh, dass Alex Porter überhaupt aufgetreten ist und am Ende mit seinem Zauberfreund Michel Gammenthaler gar noch zum Improvisieren aufgelegt war. Mit einem gemeinsamen Fadentrick und einer Witzrunde schlossen die beiden ihre Show ab. In der Garderobe strahlten Porter und Gammenthaler. “Gerne wieder”, war die Antwort auf die Frage, ob sie in Zukunft öfters gemeinsam zaubern würden.

© David Kunz, 7. November 2006, Willisauer Bote Wiggertaler Bote