Kulturverein Träff Schötz

Gastpreis Stadt und Kanton Luzern

Medienmitteilung der Staatskanzlei des Kantons Luzern
Werkbeiträge von Stadt und Kanton Luzern:
Verleihung des Gastpreises 2001 an den Kulturverein Träff Schötz

(Luzern, 11. April 2002) Im Rahmen der jährlichen Wettbewerbe für Werkbeiträge kann die Wettbewerbskommission jeweils einen Gastpreis vergeben an Personen oder Institutionen, die sich um das künstlerische Leben der Region verdient machen. Der Gastpreis für das Jahr 2001 in der Höhe von Fr. 15′000.- geht an den Kulturverein Träff Schötz.

Seit der Gründung 1984 hat der Träff Schötz mit seinen bisher rund 60 zum Teil sehr aufwändigen und originellen Veranstaltungen und Projekten eine grosse Kreativität und Innovationsfähigkeit bewiesen. Seine Mitglieder konnten damit auf der Luzerner Landschaft einen ganz besonderen kulturellen Akzent setzen, der weit über ihre Region hinaus Anerkennung findet.

Um für Kulturbesuche nicht ständig in die Stadt fahren zu müssen, hatten einige Jugendliche 1984 den Träff Schötz gegründet und begonnen, selber Konzerte und Kulturanlässe zu veranstalten. Schon bald war es nicht mehr nur ein für Kleinbühnen übliches Programm, was die Jugendlichen präsentierten, sondern sie verwirklichten zunehmend eigene Projekte. Es gelingt ihnen dabei bis heute immer wieder, ganz besondere, phantasievolle und einzigartige Veranstaltungen mit prominenten Kulturschaffenden aus den verschiedenen Bereichen zu organisieren, in welche zum Teil der eigene Lebensraum direkt mit einbezogen wird. Der Träff Schötz leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einem reichhaltigen Kulturleben und zur Lebensqualität im Luzerner Hinterland.

Mit dem Gastpreis der Werkbeiträge anerkennt die Wettbewerbskommission von Stadt und Kanton Luzern das beharrliche, kreative Schaffen des Träff Schötz und sie ermuntert die Verantwortlichen, diesen als aussergewöhnlichen kulturellen Treffpunkt auf der Luzerner Landschaft weiterzuführen.

Der Gastpreis wurde 1996 erstmals verliehen an Magrit Bischof und das Theater ond-Drom. In den folgenden Jahren ging der Preis an das Film-, Video- und New Media-Festival VIPER, das Literaturfest Luzern, an den Künstler und Kunstvermittler Claudius Weber und – im vergangenen Jahr – an das Verlegerpaar Flurina und Gianni Paravicini-Tönz (edizioni periferia, Luzern).
 

 
Liebeserklärung
Leitartikel von Josef J. Zihlmann, Chefredaktor Willisauer Bote/Wiggertaler Bote, zur Übergabe des Gastpreises von Stadt und Kanton Luzern an den Kulturverein Träff Schötz:Nachdem er bereits im Herbst den Kulturpreis der RegioHER erhalten hatte, darf der Kulturverein Träff Schötz nun auch vom Kanton und der Stadt Luzern eine Auszeichnung entgegennehmen. Auf Antrag der Wettbewerbskommission wird ihm der Gastpreis 2001 zugesprochen. Und am kommenden Wochenende wird der kantonale Kulturdirektor, Regierungsrat Paul Huber, den Preis im Rahmen einer ganz besonderen, für den Träff Schötz so typischen Veranstaltung unter dem Motto «Liebesnacht» überreichen.Ganz besonders, das sind die Aktivitäten des Träffs Schötz in der Tat. Und was er seit seiner Gründung 1984 vollbringt, ist einmalig. Es geht dabei nicht so sehr um die grossen Namen, die seine Veranstaltungen immer wieder zieren und von der Wertschätzung zeugen, die er weit über die engere Region hinaus findet, sondern es ist vielmehr das eigenständige Profil, das sein Programm auszeichnet.

Das eigenständige Profil hat sich der Träff Schötz erworben, indem es ihm immer wieder gelungen ist und gelingt, ganz besondere, fantasievolle und innovative Ideen umzusetzen und dabei oft auch den engeren Lebensraum – Leute, Häuser, Räume und Landschaft – direkt einzubeziehen. Kultur, so zeigt er, ist nichts Abgehobenes, Weltfremdes, etwas nur für die «Mehrbesseren», sondern für uns alle und ein Teil von uns allen, auch auf dem Land.

Für das kulturelle Leben auf dem Land ist der Träff Schötz ein Musterbeispiel, das für all die Gruppierungen und Persönlichkeiten steht, die sich in unseren Dörfern und Gemeinden im Kulturbereich engagieren. Auch wenn sie nicht alle die gleichen herausragenden Leistungen erbringen können wie der Träff Schötz – sie alle leisten einen ganz wichtigen Beitrag für die hohe Lebensqualität in unserer Gegend, der Träff Schötz in ganz besonderem Mass.

Wenn der Träff nun also mit dem Gastpreis von Kanton und Stadt Luzern ausgezeichnet wird, so ist dies zwar in erster Linie eine Anerkennung für die Beteiligten. Aber die Preisverleihung darf zum einen durchaus auch als Anerkennung für all jene verstanden werden, die für ein so reges kulturelles Leben sorgen, wie es unsere Gegend auszeichnet, und zum andern als Ansporn für sie alle, weiterzumachen in der Einsicht, dass der ländliche Raum nur überleben kann, wenn nicht nur den landschaftlichen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen, sondern auch den bildungspolitischen und kulturellen Aspekten die ihnen gebührende zentrale Funktion zuerkannt wird.

So gesehen darf die Preisverleihung in der «Liebesnacht» durchaus als Liebeserklärung an eine lebendige und zukunftsgerichtete Landschaft verstanden werden.