Kulturverein Träff Schötz

Das tierische Festival (2004)

«Tierisch» heisst das neuste Projekt des Träff Schötz. Mit vielen Tieren und wider den tierischen Ernst. Einem Kinderprogramm folgt ein Kleinkunstabend mit (t)irischer Musik. Zu sehen und hören sind schräge Vögel.
von Stefan Bossart
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«Träff»-Punkt ist das einmalige Gelände zwischen Ronkanal, Pappelallee und Museum Ronmühle. Wo heute die Kühe und Pferde des nahen Hofs grasen und Hühner gackern, werden am 12. Juni «schräge und bunte Vögel» aus der Schweizer Kulturszene auftreten. Mit dabei sind unter anderem der langjährige DRS-3-Moderator Reeto von Gunten, die Bands Pubside Down (Luzern) und An Lár (Bern) oder die verrückten Hennen von Artelles. (T)irische Musik, tierisches Kabarett und tierische Geschichten stehen auf dem Programm.

Falknershow, Bäre-Blues und tierische Puppen
Am Nachmittag, ab 14.30 Uhr, beginnt der Anlass mit einem speziellen Kinderprogramm, das von der «pro juventute wiggertal» finanziell unterstützt wird. Die Puppentherapeutin Regina Bosshard führt durchs Programm und lässt Bären und Löwen tanzen. Tauben, Lamas und Falken führen die kleinen Zuhörerinen und Zuhörer zu immer neuen Standorten, wo Regina Bosshard jeweils eine passende Geschichte erzählt und spielt. Mit dabei ist auch die bekannte Liedermacherin Karin Glanzmann. Ihre frechen, liebevollen und witzigen Texte holen die Kinder in ihrer fantasievollen Welt ab. Säuliwalzer, Borkechäfer- Rock, Flädermuus- oder Bäre- Blues sorgen für ausgelasssene Stimmung. Begleitet wird Karin Glanzmann von ihrem Ehemann Peter. Er ist kein unbeschriebenes Blatt in der Kulturszene. Seit den Sechzigerjahren steht er mit Toni Vescoli auf der Bühne, spielte sich einst mit Les Sauterrelles, den legendären «Original Swiss Beatles», in die Top Ten der Hitparade.
 

(T)Irischer Sound
Punkt 18 Uhr, also mitten zur Essenzeit, beginnt das Abendprogramm, das von
der Luzerner Jugend-Stiftung finanziell unterstützt wird. Während an der Feuerstelle grilliert werden kann, gehts auf der Bühne (t)irisch zu und her. Die sechsköpfige Berner Band An Lár bedient sich am riesigen Fundus traditioneller und keltischer Musik. Songs aus Irland, Schottland und der Bretagne werden, angereichert durch Eigenkompositionen, energiegeladen und stilsicher auf die Bühne gebracht. Für einen weiteren musikalischen Höhepunkt sorgt die eigens für den Anlass zusammengestellte Hausband «Gans ’n’Rosses mit dem Luzerner Kurt Felder (Bass), dem Willisauer Herbert Fries (Gitarre), dem Grossdietwiler Walter Schär (Voice), dem Kernser Kurt von Rotz (Sax) und dem Altishofer Res Meier (Drum). Am Schluss des Festivals spielt die Band Pubside Down aus Luzern auf. In Irish Pubs ist ein Grossteil ihrer Musik entstanden. Die fünf Luzerner stellen einige Traditionen auf den Kopf, wenn es um das Arrangement der Stücke geht. Von Reaggae bis Hard Rock sind alle möglichen Grooves vertreten, wobei der Einfluss aus der keltischen Musik, meist in Form der Melodie von Geige oder Flöte, deutlich erkennbar bleibt.

Zwei verrückte Hühner
Doch nicht nur Musik steht auf dem Programm. Zwei Frauen lassen mit ihrer Kabarett-Nummer die Federn fliegen. «Huhnbesorgt» sind Terri Obrist und Sibylle Jost. Im Federviehkostüm heben die beiden Batteriehühner ab, enfliehen mit viel Fantasie dem grauen Alltag auf der Stange. Wenigstens für kurze Zeit. Die beiden Kabarettistinnen zeigen das grösste Problem jeder Legehenne auf: Wer kein makelloses Ei legt, wird überflüssig. Um das bevostehende Ende im Kochtopf abzuwenden, müssen die beiden ihren ganzen Grips zusammenkratzen. Schliesslich gehts um die Wurst, bzw. das Poulet.

Der lesende Fuchs und Reeto von Gunten
Wo Hühner sind, darf auch ein Fuchs nicht fehlen. Der Schötzer Fuchs heisst Thomas Fuchs und liest, wie könnte es anders sein, eine typische Fuchs-Geschichte.
Der 42-jährige Luzerner ist Nachrichtensprecher und Moderator beim Schweizer Radio DRS. Im Regionaljournal Zentralschweiz war er regelmässig mit seinen unglaublichen Montagsgeschichten zu hören. In der extra für Schötz geschriebenen Geschichte «Mein Onkel Othmar und Herr Ganz» geht es um den 62-jährigen Othmar Fuchs, der es weit gebracht hat im Leben. Ein paar Stichworte: Metzger-Lehre mit Notendurchschnitt 5,3; später erfolgreiche Weiterbildung zum Lebensmittelinspektor; im Militär Korporal und in der Freizeit Kassier der Modellfluggruppe Speedfire. Neben Thomas Fuchs ist auch der langjährige DRS3-Moderator Reeto von Gunten zu Gast in Schötz. «Erstunke ond Erloge» heissen seine Märchen für Erwachsene. Im letzen Herbst tourte er mit diesem Programm durch die grössten Schweizer Städte, las jeweils vor vollen Rängen. Er gilt als eigentliche «Kultfigur».

Tierisch wird auch bei Regen nicht schweinisch
Nebst dem Programm lädt das einzigartige Areal beim Museum Ronmühle, das geöffnet ist, zum Verweilen ein. Grosse Feuerstellen und Verpflegungsmöglichkeiten sind vorhanden. Damit das Freiluftprojekt «Tierisch» bei schlechtem Wetter nicht schweinisch endet, sorgt ein Rundzelt auch bei Regen für trockene Füsse.