Kulturverein Träff Schötz

Eine Rocknacht für Ohr und Auge

Drei Bands gefielen am «WoMen Rock» des Kulturvereins Träff. Die einheimischen «Susi der Föhn» eröffneten die Rocknacht fulminant. «The Delilahs» aus Zug lieferten anschliessend ein solides Set, bevor «Mothers Pride» aus Luzern den «St. Mauritz»-Saal zum Dampfen brachten.
von David Koller
Ein Schelm wer behauptet, gewisse Männer im Publikum seien am Samstag nicht der Musik wegen an die «WoMen-Rock»-Nacht des Träff Schötz gekommen: Denn den drei Frauen von «The Delilahs» eilt der Ruf voraus, nicht nur mit ihren Klängen zu überzeugen, sondern auch mit ihrem Aussehen. Doch es soll hier nicht um Äusserlichkeiten gehen, sondern um Musik. Und die war auf hohem Niveau. Die Zugerinnen lieferten ein grundsolides Set. Ihr Spiel ist aufeinander abgestimmt, wie dies nur bei sehr wenigen Formationen der Fall ist. Der Sound hat viel Druck und war zu Beginn so laut, dass wohl sämtlicher Staub von den Balken des «St. Mauritz»-Saales gefegt wurde. Das Songwriting freilich ist nicht sehr spektakulär, nichts Unerwartetes ist zu hören. Vielleicht war das ein Grund dafür, dass der Funken nicht Recht aufs Pub-likum überspringen wollte. Starke Stimme, überzeugende MusikerAnders bei den Lokalmatadoren von «Susi der Föhn». Die Band um die stimmstarke Sängerin Lena Greber packte die Zuhörer von Beginn an. Den vier jungen Schötzern – verstärkt durch eine Pianistin aus Wolhusen – stand es zu, den Konzertabend zu eröffnen. Das taten sie mit Bravour. Teils mit Covers, teils mit eigenen Liedern. Nicht nur die Stimme von Lena Greber vermochte zu beeindrucken, auch das Spiel der Musiker – akustische Gitarre und Bass, Schlagzeug und Piano. Ins Herz der Zuschauer spielte sich insbesondere der spektakuläre und sehr präzise Drummer Silvan Bättig. Die Formation versteht es, Covers auf hohem Niveau darzubieten. Ihr wahres Potential kommt aber bei Stücken aus der Feder von Lena Greber zum Vorschein. Dass die Combo noch nicht lange besteht, merkte man ihr am Samstagabend nicht an, keine Spur Lampenfieber. «Susi der Föhn», eine Name der man sich merken sollte. Finale mit Rock-DinosauriernEröffnet wurde der Abend also von einer Band, die quasi noch ein Rohdiamant ist. Den Abschluss machten mit den Rock-Dinosauriern von «Mothers Pride» die älteren Semester. Die Headliner hatten keine Mühe, das nach dem Auftritt von «The Delilahs» etwas verhaltene Publikum wieder aufzuwecken. Die Luzerner glänzten mit einer Bühnenpräsenz, der niemand widerstehen kann. Sechs Jahre herrschte wegen einer ausgedehnten kreativen Pause Funkstille, jetzt sind die Godfather of Rock zurück – und wie: Spielfreude dominierte vom ersten Takt an, die Verbindung zum Publikum war sofort aufgebaut. «Ihr habt einen 1.-Liga-Fussball-Verein und wollt nicht mitsingen», stichelte Sänger Tobi Gmür, wenn die Stimmung bisweilen etwas zu verebben drohte. Dafür bestand insbesondere bei den langsameren Nummern die Gefahr. Liessen «Mothers Piride» aber die Gitarren krachen und fuhren mit rockigen Nummern auf, dann kochte der Saal.Bunt durchmischtes Publikum War zu Beginn von Schönheit die Rede, so soll es auch am Schluss noch einmal darum gehen: Es war ein gelungner Anlass des Kulturvereins Träff Schötz. Der «St. Mauritz»-Saal war von Anfang an gut gefüllt, das Publikum auffallend durchmischt: Von Kantischülern bis hin zu über 50-Jährigen war alles anzutreffen. Schön, dass solche Konzerte das Kulturleben auf der Luzerner Landschaft bereichern.